Nach Tönnies-Aus: 3 Vion-Schlachthöfe gehen an Boeser, OSI und ABP

Nach dem Rückzug von Vion vom deutschen Markt plante Tönnies die Übernahme mehrerer Vion-Standorte in Süddeutschland. Verschiedene Initiativen und auch unser Bündnis protestierte gegen die Weiterführung der Schlachthöfe, u.a. mit einer Großdemo in Waldkraiburg und einer erfolgreichen Blockade des Schlachthofs in Crailshaim. Letztendlich untersagte das Bundeskartellamt im vergangenen Jahr die Tönnies-Übernahme.

Mittlerweile wurde bekannt: Der Schlachthof in Crailsheim, wo jährlich eine Millionen Schweine geschlachtet werden, soll nun aber an Boeser Frischfleisch von der Goldschmaus-Gruppe übergehen. Der größte Rinderschlachthof Deutschlands in Waldkraiburg soll ebenfalls fortgeführt werden und durch OSI Europe Foodworks übernommen werden. Das Unternehmen ist einer der Hauptzulieferer für McDonalds und war mehrfach in Tierschutzskandale verwickelt. Auch in Buchloe soll der Betrieb weitergehen: Der Rinderschlachthof soll an den irischen Konzern ABP Food Group verkauft werden.

Damit soll das ausbeuterische System der Tierindustrie an den betroffenen Standorten auf Kosten von Mensch, Tier und Umwelt fortgeführt werden. Angesichts der Klimakatastrophe und einer dringend notwendigen Agrar- und Ernährungswende ist es verheerend, dass alternative Nutzungsmöglichkeiten ausgeschlagen und die Menschen nicht in die Mitgestaltung der Zukunft miteinbezogen wurden.

Wir sagen stattdessen: Schließt die Schlachthöfe! Umwandlung der Anlagen in Betriebe der solidarischen, ökologischen und pflanzenbasierten Lebensmittelproduktion!

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Jahresrückblick 2025


2025 haben wir uns vielfältig gegen die Tierindustrie und für ein ökologisches und sozial gerechtes Ernährungssystem eingesetzt!

Im Januar konterten wir eine Tönnies-Werbekampagne für Personal-Recruitment mit einer eigenen Adbusting-Kampagne. Werbeplakate wurden umgestaltet und auf der Webseite arbeite-nicht-hier.org wurden die Lügen des Tönnies-Konzerns kreativ, ironisch und humorvoll offengelegt.


Im März veranstaltete unsere Regionalgruppe Bayern eine Großdemo in Waldkraiburg – gegen Tönnies und dessen geplante Übernahme des dortigen Schlachthofs.

Im April haben ca. 80 Aktivist*innen den Schlachthof von VION in Crailsheim blockiert, auch um gegen die geplante Übernahme durch Tönnies und dessen wachsende Marktmacht zu protestieren. Zusätzlich reichten wir eine Beschwerde beim Bundeskartellamt ein. Unsere Proteste waren letztendlich erfolgreich – Tönnies darf die Schlachthöfe nicht übernehmen.

Im Mai sind wir mit Disrupt im Rahmen einer Fahrradtour von Berlin bis nach Brake geradelt und haben Orte besucht, die sowohl die Zerstörung des Ernährungssystems aufzeigen (Tönnies in Rheda-Wiedenbrück) als auch Orte, in denen es um zukunftsfähige Alternativen geht.

Im August waren wir wieder auf dem System Change Camp und haben mit Vorträgen zur Tierindustrie, Wasser und Futtermittelimporten Inhalte eingebracht.

Im Oktober führten wir mit weiteren Gruppen die vielfältigen Disrupt-Aktionstage in Bremen durch, bei denen wir für gerechtes Essen für Alle demonstriert haben: u. a. mit einer Blockade gegen den Tönnies-Fabrikanten Könecke und einer Bündnisdemo, bei der wir lautstark ein Ende der Tierindustrie forderten.

Und wir haben uns natürlich an verschiedenen anderen Aktionen beteiligt – z.B. bei der Kampagne „Für Tiere gegen Rechts“ im Zuge der Bundestagswahlen oder bei antifaschistischen Aktionen von Widersetzen. Ein ereignisreiches Jahr. Wir haben viel geschafft – und blicken gleichzeitig mit Sorge in die Zukunft.

Umso wichtiger, dass wir nächstes Jahr weitermachen. Wir werden weiter protestieren – gegen die Tierindustrie, gegen Faschismus. Für ein Ernährungssystem, in dem alle Zugang zu gesundem, guten Essen haben. Essen, das ohne Ausbeutung produziert wird.

Für ein Ende von Tönnies, Westfleisch und Co. Die Planungen für 2026 laufen auf Hochtouren. Gemeinsam reißen wir was. Wenn du magst, sei gern dabei.

Wir brauchen keine neuen Tönnies-Schlachthöfe. Wir brauchen geschlossene Schlachthöfe!

Vion, Tönnies’ größter Konkurrent, zieht sich komplett aus Deutschland zurück. Die Großschlachthöfe in Bad Bramstedt (SH) und Emstek (NDS) wurden geschlossen. In Süd- und Ostdeutschland will Tönnies zahlreiche Vion-Schlachthöfe übernehmen.

Wir sagen: Wir brauchen keine neuen Tönnies-Schlachthöfe. Wir brauchen geschlossene Schlachthöfe für eine sozial gerechte und vor allem pflanzenbasierte Ernährungswende!

Gemeinsam gegen Tönnies! Kommt zur Demo am 29.3. in Waldkraiburg!