Vorträge & Diskussion in Berlin: Das Schlachten beenden!

Für eine solidarische und ökologische Ernährungs- und Agrarwende.

Live & Online

Eine Veranstaltungsreihe über die Fleischindustrie, ihr System der Ausbeutung und Zerstörung und Perspektiven eines Ausstiegs

Den Fleischkonzern Tönnies verbinden viele mit Schlachtfabriken, „Schweinestau“, Werkverträgen und Corona-Ausbrüchen. Das „System Tönnies“ ist zum Sinnbild für eine Industrie geworden, die aus Unterdrückung und Zerstörung ein extrem profitables Geschäftsmodell entwickelt hat und für zahlreiche gesellschaftliche Krisen mitverantwortlich ist: die Fleischindustrie. Tönnies, PHW (Wiesenhof), Vion, Westfleisch, Plukon und Rothkötter sind als deren größte Player an dramatischen gesellschaftlichen Problemen beteiligt. Darunter Land Grabbing und Hunger im globalen Süden, Ausbeutung von meist migrantischen Arbeiter*innen und von prekär wirtschaftenden Bäuer*innen, enorme Treibhausgasemissionen und Umweltzerstörung sowie Unterdrückung und Tötung von Tieren.

Seit vielen Jahren protestieren verschiedene emanzipatorische Kämpfe gegen diese Ausbeutung von Mensch, Tier und Natur, beispielsweise in dem Bündnis „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“. Auch für diesen Sommer plant das Bündnis Aktionstage und eine Massenaktion in einem der Hotspots der deutschen Fleischindustrie, dem Oldenburger Land.

Wogegen richtet sich der Protest und wie sehen die Probleme konkret aus, die von den großen Fleischkonzernen mit verursacht werden?

In einer mehrteiligen Veranstaltungsreihe geben Referent*innen Einblicke in die verschiedenen mit den Fleischkonzernen und der gesamten Tierindustrie verbundenen Krisen und diskutieren mit uns über drängende Fragen und kontroverse Standpunkte.

11.05.2022 um 19:00 Uhr

Über die Lage der überausgebeuteten Klasse in Niedersachsen –
Zur Situation der Arbeiter*innen in der Fleischindustrie
(Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg)

In der deutschen Fleischindustrie arbeiten vor allem migrantische Arbeiter_innen. Vom Ausstallen bis zum Schlachten und Zerlegen: Lohndumping, Überausbeutung, enorme körperliche und psychische Belastung bis hin zur Gewalt sind an der Tagesordnung. Wir sprechen über vermeintliche Verbesserungen durch das Arbeitsschutzgesetz, die Potentiale der gewerkschaftlichen Organisation und die eigenen Aktivitäten der Arbeiter_innen.

25.05.2022 um 19:00 Uhr

Fleisch. Macht.Markt.
Über die Ware Tier in der Fleischindustrie, die Ausbeutung von Tieren und Perspektiven ihrer Befreiung.

(Gemeinsam gegen die Tierindustrie)

Das gesellschaftliche Unbehagen gegenüber Tierleid in der Fleischproduktion stieg in den vergangenen Jahren. „Tierwohl“ ist in aller Munde und selbst die Rügenwalder Mühle und Tönnies bieten vegetarische und vegane Produkte an. An der konkreten Situation der Tiere hat sich jedoch bisher kaum etwas geändert. Die Ausbeutung, Unterdrückung und Tötung der Tiere in den Schlachtfabriken, aber auch in den Zucht-, Aufzucht- und Mastanlagen, hat gesellschaftliche Ursachen. Diese liegen vor allem in der kapitalistischen Produktionsweise, in der Tiere zur Ware wurden. Wir sehen uns die Wertschöpfungskette der sogenannten “Tierproduktion” und die gesellschaftlichen Bedingungen der Tierausbeutung an. Wir beleuchten die Strategien der Fleischindustrie, ihre Macht abzusichern und diskutieren über Perspektiven, aus der Tierhaltung auszusteigen und das Schlachten zu beenden.

08.06.2022 um 19:00 Uhr

Sojaanbau durch das Agrobusiness in Brasilien – und Fleischindustrie hier
(Christian Russau, Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V.)

Brasiliens Hauptexportprodukt ist Soja. Dies bedeutet aber Auslaugung der Böden, Vergiftung von Boden, Wasser, Luft, Mensch und Tier durch Agrarchemikalien. Zudem findet der Soja-Anbau überwiegend in der Cerradolandschaft statt und steht mit der Rodung Amazoniens im Zusammenhang. Soja fördert Landkonzentration und Landkonflikte, bedroht kleinbäuerliche, indigene und andere traditionelle Gemeinschaften und schafft wegen der durchindustrialisierten Produktion weniger Arbeitsplätze als die kleinbäuerlich-familiäre Landwirtschaft auf gleicher Fläche schaffen würde. Während Kleinbäuerinnen und -bauern Grundnahrungsmittel wie Bohnen und Reis anbauen, geht es beim Soja um ein Cashcrop-Produkt für den Weltmarkt: 75% des aus Brasilien exportierten Sojamehls geht in die EU und landet hier in den Tiermastanlagen, zu einem Großteil in Deutschland.

24.06.2022 um 19:00 Uhr

Keine Klimagerechtigkeit mit Tierproduktion
(Animal Climate Action)

Tierproduktion heizt den Klimawandel an. Und zwar mehr, als ihr denkt. Wir klären auf über Methan, Landnutzungswandel, die Verantwortung der deutschen Tierindustrie und grün-gewaschene Scheinlösungen, denen wir nicht auf den Leim gehen sollten.

 

Alle Veranstaltungen finden im Aquarium (Skalitzer Str. 6, U-Bhf Kottbusser Tor) und in deutscher Sprache statt und werden auch online übertragen. Die Räume sind barrierearm und mit Rollstuhl zugänglich.

Corona- und Hygienemaßnahmen: Im aquarium gilt die Einhaltung der AHALRegel: das korrekte Tragen einer FFP2Maske und die Einhaltung der allgemeinen Hygiene und Abstandsregeln. Wir empfehlen außerdem einen tagesaktuellen Schnelltest. Besucher*innen, die Kontakt zu einer an COVID19 erkrankten Person hatten, sollten die Räume nicht aufsuchen. Personen mit Symptomen eines Atemwegsinfektes dürfen die Einrichtung nicht betreten.

Bitte informiert euch auf unserer Website vor den Veranstaltungen über mögliche Änderungen der Maßnahmen.

Anmeldung

Online-Teilnahme: Bitte melde dich für eine Online-Teilnahme unter berlinbrandenburg@gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org  für die Veranstaltung an. Du erhältst dann einen Zugangslink.

Vor Ort: Aufgrund der Coronabestimmungen ist die Teilnehmendenzahl begrenzt. Wir würden dich bitten, eine leere E-Mail mit dem Betreff „ich nehme am [Datum einfügen] vor Ort teil“ an berlinbrandenburg@gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org  zu schicken.
Bitte melde dich unbedingt wieder ab, falls du doch nicht teilnehmen kannst.

Eine Veranstaltungsreihe des Bündnisses Gemeinsam gegen die Tierindustrie, Regionalgruppe Berlin-Brandenburg

Kontakt und weitere Informationen:
berlinbrandenburg@gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org
(PGP: https://keys.openpgp.org/search?q=0xFB47ADAE578A734F)

Illustrationen von Mel Kirberg-Böhm @mel.strays