Bericht zum Abschluss der Reflexionsgruppe

Dieser Text markiert den Abschluss der Arbeit der Reflexionsgruppe. Die Reflexionsgruppe begleitete den transformativen Prozess um einen ehemals im Bündnis aktiven Menschen. Dieser wurde im November 2020 von einer von sexualisierter Gewalt betroffenen Person als gewaltausübend benannt. In diesem Text ist unsere Arbeit zusammengefasst und wir halten wichtige Erkenntnisse fest. Der Text ergänzt den Blogbeitrag vom 12. Januar 2023, in dem die Hintergründe und die Ausgangssituation des transformativen Prozesses genauer erläutert werden. Den aktuellen Text haben Mitgliedern der Reflexionsgruppe verfasst, ohne die gewaltausübende Person (GP). Der Text wurde der GP vorgelegt und ihr Einverständnis zur Veröffentlichung eingeholt.

Unsere bisherige Mailadresse reflexionsgruppe@riseup.net wird mit der Veröffentlichung dieses Textes eingestellt. 

Zukünftig erreicht ihr uns hier: awareness@gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org.

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Auftaktaktion gegen Tönnies und Deutschlands größten Schlachthof

Mit Sirenen, Heliumballons und Geldscheinen sorgten wir für Chaos und Lärm im Verwaltungsgebäude. Im Foyer wurden Banner mit der Aufschrift „Tönnies vergesellschaften“ und „Neokolonialismus stoppen“ entrollt. Währenddessen verschafften sich Aktivist*innen Zugang zur Chefetage des Gebäudes. Hier werden „unternehmerische“ Entscheidungen auf Kosten von Menschen, Tieren und Umwelt getroffen. Die Aktivist*innen dekorierten den Konferenzraum um und machten darauf aufmerksam, welche Betroffenen in diesem Raum kein Mitspracherecht haben, obwohl ihr „Mitwirken“ grundlegend für die Profite des Konzerns ist: Menschen des globalen Südens, Tiere, Arbeiter*innen sowie die Umwelt.

Auf dem Fußballfeld des Firmengeländes wurde ein Banner hinterlassen und mit Sprühfarbe die Zahl „1,5“ auf den Rasen geschrieben. Zum einen trägt Tönnies als größter deutscher Fleischkonzern maßgeblich zur Klimakrise und zur Verfehlung des 1,5°-Ziels bei. Zum anderen werden jedes Jahr Flächen so groß wie 1,5 Millionen solcher Fußballfelder für den Futtermittelverbrauch der Tierindustrie vernichtet.

Eine weitere Gruppe kletterte auf das Dach des riesigen Kühlhauses und befestigte ein großes Banner über dem Tönnies-Logo und hinterließ so die Botschaft „Gemeinsam gegen Tönnies“.

Vor dem Konzerngelände drückten Unterstützer*innen mit Bannern ihre Solidarität für die Aktionen aus.

Leider kassierten einige Personen, inklusive anwesender Journalist*innen eine Anzeige. Mehrere Aktivist*innen wurden verhaftet, aber alle wurden spätestens am nächsten Morgen wieder frei gelassen.

Wir sehen die Aktion als großen Erfolg. Alle lokalen Medien und auch der WDR und tagesschau.de berichteten über die Proteste. Wir bedanken uns bei all den Unterstützer*innen, die das möglich gemacht haben.

Mit unserem Protest fordern wir :

• Tönnies muss zahlen – Entschädigung statt Profite

• Vergesellschaftung des Tönnies-Konzerns – Demokratisierung statt Kapitalismus

• Importstopp von Futtermitteln – Klimagerechtigkeit statt Neokolonialismus

Für eine ökologische und solidarische Agrarwende – jetzt sofort!

Diese Aktionen waren nur der Anfang. Ab jetzt heißt es Gemeinsam gegen Tönnies. Schließt euch uns an!

VERSCHOBEN Online-Veranstaltung am 6.12.: „Klimaschutz verbindet Deutschland?“ mit FARN

Die Veranstaltung muss leider verschoben werden. Der Nachholtermin (vsl. im Januar 2024) wird an dieser Stelle bekanntgegeben.

Am Mittwoch 6. Dezember 18:30 Uhr zur Online-Veranstaltung

„Klimaschutz verbindet Deutschland?“
Rechte Fallstricke im bäuerlichen Protest- Zwischen Abgrenzung und Allianz

mit einem Input der Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz – kurz FARN.

Im Mai diesen Jahres verkündete ein Bündnis von der AbL (Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft), Fridays for Future und Landwirtschaft verbindet Deutschland ihre Zusammenarbeit und gemeinsamen Widerstand gegen das geplante Freihandelsabkommen Mercosur.

Es entspann sich eine Diskussion über die Kooperation mit der Struktur „Landwirtschaft verbindet Deutschland, da diese zweifelsfrei rechte Mitglieder hat, in der Öffentlichkeit rechte Positionen vertritt und durch fehlende Abgrenzung zur AfD Rechten Vorschub leistet.

Dies ist nur eines von vielen Beispiele, in denen eine informierte Diskussion wichtig ist, um gute Arbeit zu machen, gezielt Kooperationen einzugehen und Rechten das Wasser abzugraben.

Wir sind davon überzeugt, dass wir diese Diskussion führen müssen und uns über unsere Strategien austauschen sollten.

Eine wichtiger Schritt dahin ist das Wissen, welche Strukturen es gibt, welche Positionen sie vertreten und was die prägenden Persönlichkeiten und Grundwerte sind.

Um uns einen guten Überblick zu verschaffen, laden wir euch herzlich zu unsere Veranstaltung

Klimaschutz verbindet Deutschland?“
Rechte Fallstricke im bäuerlichen Protest- Zwischen Abgrenzung und Allianz

mit der FARN

am 6. Dezember um 18:30 Uhr ein.

Einwahllink: https://meet.livingutopia.org/rooms/mub-akx-ten-pys/join

Podcast: Die Hühnerindustrie – Was sich hinter Spiegelei und Chicken Nuggets wirklich verbirgt

Wir haben eine neue Podcastfolge veröffentlicht. Diesmal geht es um die Hühnerindustrie.
Ihr könnt euch die Folge hier anhören, auf Spotify, iTunes oder im Podcatcher eurer Wahl.

Jedes Jahr werden Hühner milliardenfach ausgebrütet, gemästet und geschlachtet. Wie ist es zu diesen unvorstellbar hohen Schlachtzahlen gekommen und wie funktioniert die Industrie, die dahinter steckt? Fredi und Momo sprechen über den Zufall, der zur massenhaften Hühnerhaltung geführt hat, über Zuchtgeheimnisse, Soja-Importe und Antibiotika. Welche Folgen hat all das für die Tiere? Ist Bio eine Lösung? Und warum wollen eigentlich alle Rührei und Broiler essen, aber niemand neben einer Mastanlage leben?

Wir bedanken uns bei den Projekten und Personen, die uns O-Töne zugeschickt haben, insbesondere Rettet das Huhn e.V. und Land der Tiere.

Unser Kontakt:

podcast[at]gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org

System Change Camp vom 30.07. bis 06.08. in Hannover // Programm mit Food System Change Themenzelt

Am Sonntag 30.07. startet das System Change Camp in Hannover!

[…] Der Fokus des diesjährigens Camps liegt auf Vernetzungsarbeit und Bewegungsaufbau. Wir wollen mit unseren unterschiedlichen Perspektiven zusammenkommen, unsere Kämpfe verbinden, von- und miteinander lernen. Wir wollen gemeinsam diskutieren, wie wir dieses System der Ausbeutung überwinden und Klimagerechtigkeit erkämpfen können. Es wird ein vielfältiges Programm mit Workshops, Diskussionen und Veranstaltungen zu verschiedenen Themen geben. […]

Das Programm ist inzwischen auch da und eins ist sicher: Es gibt richtig viel spannende und vielfältige Programmbeiträge, da ist mit Sicherheit für alle was dabei!

-> https://www.ende-gelaende.org/programm-scc-2023/

Unter anderem gibt es ab Dienstag 01.08. ein Themenzelt Food System Change:

 „About 21–37% of total GHG emissions are attributable to the food system.“ – IPCC, 2019

Dienstag

  • 16:30-18:00 Uhr: Katastrophale Ernährungspolitik: Was nun? (DE)

Mittwoch

  • 11:30-13:00 Uhr: Mais, Mammutbaum, Monstera: Wo finden sich koloniale Spuren in botanischen Gärten & Botanik – und was können wir tun, um diese zu überwinden? (DE)
  • 14:15-15:45 Uhr: Gesundheit, Klima, Energie – Drei Krisen eine Lösung!? (DE/EN, FOODerstand)
  • 16:30-18:00 Uhr: Lesung ‚Queere Tiere‘ (DE)

Donnerstag

  • 11:30-13:00 Uhr: Immer (Ä/ä)rger mit Lachgas und Methan (DE/EN)
  • 14:15-15:45 Uhr: Futtermittelimporte sind Brandbeschleuniger (DE, Aktion Agrar)
  • 16:30-18:00 Uhr: Einblicke in die Geschichte der deutschen Landwirtschaft seit 1850 unter besonderer Berücksichtigung der Tierproduktion – ein vorläufiger Werkstattbericht (DE)

Freitag

  • 11:30-13:00 Uhr: Klimaschutz verbindet Deutschland? Gefahren von Rechtsoffenheit und Querfront bei der Allianz-Bildung (DE, FARN – Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz)
  • 14:15-15:45 Uhr: Klimakiller Tierindustrie – Warum Ernährung keine Privatsache ist (DE, Gemeinsam gegen die Tierindustrie)
  • 16:30-18:00 Uhr: Vernetzungstreffen Klimagerechtigkeit und Landwirtschaft (DE, Aktion Agrar)

Samstag

  • 11:00-13:00 Uhr: Landwirtschaft und Klimakrise (DE)
  • 14:15-15:45 Uhr: Tönnies: wie könnte eine bewegungsübergreifende Offensive gegen den größten Fleischkonzern Deutschlands aussehen? (DE/EN, Gemeinsam gegen die Tierindustrie)
  • 16:30-18:00 Uhr: Handwerklich, solidarisch, ökologisch. Aufbauende Landwirtschaft statt Ausbeutung von Tieren und Boden (DE, SoLaWi Wildwuchs)

Sonntag

  • 11:00-13:00 Uhr: Warum es eine gute Idee ist in der Landwirtschaft zu arbeiten und was das mit der Revolution zu tun hat; Ein militanter Erfahrungsbericht (DE/EN, Furious Farmworkers)

Alle weiteren Infos zum Camp findet ihr hier: https://www.ende-gelaende.org/system-change-camp-2023/

Podcastfolge zu Hühnern: O-Töne gesucht

Wir wollen uns in einer unserer nächsten Podcastfolgen den Hühnern widmen. Dafür wünschen wir uns kleine Einspieler von Menschen, die mit geretteten Hühnern leben. Diese wollen wir in der Folge featuren.
Erzählt uns von euren Erfahrungen: Wie sind die Hühner zu euch gekommen, wo haben sie vorher gelebt? Wie ging es ihnen am Anfang, wie geht es ihnen jetzt? Gibt es lustige, traurige, kuriose Anekdoten aus dem Zusammenleben? Was macht das Zusammenleben mit ihnen aus, was fasziniert oder beeindruckt euch an „euren“ Hühnern?
Besonders freuen würden wir uns über Soundaufnahmen von euren Hühnern – Gackern, Gurren, Picken, Krähen…
Also, schnappt euch eure Handys oder andere Aufnahmegeräte, interviewt eure Hühner und erzählt uns von ihnen. Eure eigenen O-Töne sollten maximal 90 Sekunden lang sein. Bitte sagt am Anfang immer, wer ihr seid und wo und in welchem Kontexten ihr mit euren Hühnern lebt oder gelebt habt (z.B. Lebenshof, eigener Garten, Wohnprojekt). Soundaufnahmen von euren Hühnern können auch etwas länger sein.

Eure Audio-Dateien könnt ihr über disroot https://upload.disroot.org/ oder wetransfer https://wetransfer.com/ hochladen. Den Upload-Link schickt ihr bitte an podcast [ät] gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org

Wir sind schon gespannt!

Gemeinsamer Umgang im Bündnis mit sexualisierter Gewalt – Zwischenstand Ende 2022

Im November 2020 benannte eine von sexualisierter Gewalt betroffene Person einen im Bündnis aktiven Menschen als gewaltausübende Person. Dies nahmen wir zum Anlass, uns mit sexualisierter Gewalt auseinanderzusetzen. Mittlerweile wissen wir von mehreren Betroffenen, die durch die gleiche Person jeweils in verschiedenen Kontexten außerhalb des Bündnisses Gewalt erfahren haben.

Wir sind derzeit mit einer Unterstützungsgruppe um zwei betroffene Personen in Kontakt. Die gewaltausübende Person hat ihre Aufgaben im Bündnis niedergelegt und setzt sich innerhalb einer Reflexionsgruppe mit weiteren im Bündnis aktiven Menschen mit den Übergriffen auseinander.

Für uns war schnell klar, dass wir eine gemeinschaftliche Verantwortungsübernahme im Umgang mit sexualisierter Gewalt anstreben wollen. Dabei standen wir vor der Herausforderung, unsere bis dahin formulierten Grundlagen der Awarenessarbeit in die Praxis umzusetzen und weitere erforderliche Strukturen aufzubauen. Wir haben daher mehrere externe Referent*innen zu inhaltlichen Vorträgen, wie beispielsweise Transformative Gerechtigkeit und Konsens, eingeladen und konnten auf wertvolle Begleitung erfahrenerer Gruppen, darunter KollUm (Kollektive Umgänge mit sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch), queer_topia* und das ignite! Kollektiv, in Form von Workshops, Beratung und Moderation zählen.

Zentrale Säule für unsere Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt bildet die Betroffenenzentrierung und solidarische Parteilichkeit mit betroffenen Personen. Damit wollen wir eine Alternative zu Polizei und Justiz finden, die gewaltvolle Strukturen reproduzieren anstatt den Bedürfnissen betroffener Personen gerecht zu werden. Wir streben dagegen eine gemeinschaftliche Verantwortungsübernahme an: Mit gewaltausübenden Personen wollen wir transformativ arbeiten, mit dem Ziel der persönlichen Verantwortungsübernahme und Verhaltensänderung. Als Gemeinschaft wollen wir aber auch patriarchale Strukturen in unserem Bündnis reflektieren und verändern.

Als Zwischenstand unserer kollektiven Auseinandersetzung haben wir nun unser öffentliches Selbstverständnis aktualisiert und einen internen Leitfaden beschlossen. Zusätzlich zu unserer bereits bestehenden Awareness-AG, die bei Treffen oder Aktionen direkt ansprechbar ist, haben wir eine AG Transformativer Bündnisprozess ins Leben gerufen, um die Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt zu organisieren. In einer FLINTA*-Gruppe haben Frauen, Lesben, Inter, Nicht-binäre, Trans und Agender Personen regelmäßig einen Raum für Austausch. Im Rahmen einer Antipatriarchalen Gruppe findet vor allem eine kritische Auseinandersetzung mit Männlichkeiten statt. Wie im aktuellen Prozess sind für die Auseinandersetzungen mit zukünftigen konkreten Vorfällen weiterhin eine Unterstützungsgruppe für die betroffene(n) Person(en) sowie eine Reflexionsgruppe mit der gewaltausübenden Person vorgesehen.

Dieses Statement ist ein Zwischenstand und dient der Transparenz sowie der Sichtbarmachung interner Prozesse im Bündnis, die für uns wichtiger Teil der politischen Arbeit sind. Anlassbezogen arbeiten wir mit den Konzepten gemeinschaftliche Verantwortungsübernahme und transformativen Gerechtigkeit hinsichtlich sexualisierter Gewalt. Zukünftig wollen wir uns außerdem mit der Anwendung der Konzepte bei anderen Formen von Gewalt (z.B. rassistischer) beschäftigen.

Mailadresse für Anmerkungen/Rückfragen: buendnisprozess@gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org

Abschlussbericht Tag 5

Der heutige Tag begann sehr früh mit einer Fahrt mit dem Solibus zum Amtsgericht Osnabrück. Nachdem gestern zwei Aktivist_innen nach der Ingewahrsamnahme nicht mehr freigelassen wurden, wurden sie von Bersenbrück nach Osnabrück verlegt. Ein Schnellverfahren zu den Vorwürfen (u.a. Hausfriedensbruch) wurde von der zuständigen Richterin abgelehnt und es fand eine Anhörung zur Verhängung von Untersuchungshaft statt. Vor dem Amtsgericht solidarisierten sich ca. 20 Personen mit einer lautstarken Kundgebung mit den Betroffenen und forderten die sofortige Freilassung. Die beiden Aktivist_innen kamen dann am Nachmittag endlich frei, nachdem sie ihre Personalien angaben.

Währenddessen ging das Programm im Camp weiter: unter anderem mit einem Vortrag zum Zusammenhang von Tierindustrie und Artensterben und einer Vorstellung unseres Bündnisses mit der Einladung zum Mitmachen. Die ersten Zelte wurden bereits abgebaut. Auf der Auswertungsveranstaltung am Abend gab es einen Rückblick auf unsere Aktionstage: mit Fotos, Videos und einer kleinen Lesung aus dem Pressespiegel. Mit Musik und Tanzen im Zirkuszelt haben wir die Aktionstage beendet. Wir bedanken uns bei allen, die dabei waren und uns unterstützt haben!

Foto von Miss Städter

Aktionstage gegen die Tierindustrie – Tag 4

Am Montag haben wir mit über 100 Aktivist*innen den Rinderschlachthof von Tönnies in Badbergen blockiert. Dabei gab es Lock-ons mit Fahrradschlössern und Rohren. Einige Aktivist*innen sind aufs Dach geklettert und haben von dort ein riesiges Banner mit der Aufschrift „Shut Down Tierindustrie“ heruntergehängt. An einen Laster, der gerade aufs Gelände fahren wollte, kettete sich ein Mensch und sorgte so dafür, dass der Laster den ganzen Tag über die Zufahrt blockierte. In der Nähe haben wir außerdem mit einer angemeldeten Mahnwache auf unsere Forderungen aufmerksam gemacht. Dabei haben wir Flyer in verschiedenen Sprachen an die Arbeiter*innen verteilt.

Die Aktion sorgte für große Medienresonanz: Eine dpa-Meldung wurde von zahlreichen Medien aufgegriffen, die Blockade war in Fernsehnachrichten zu sehen und es gab mehrere längere Artikel. Vor Ort rief die Aktion unterschiedliche Reaktionen hervor, darunter viel Zuspruch von Anwohner*innen des Schlachthofs, die bei der Mahnwache vorbeikamen.

Die Polizei war von Anfang an vor Ort, konnte aber die Blockade nicht verhindern. Die Räumung zog sich über den ganzen Tag hin und erst gegen 21 Uhr wurden die letzten Personen entfernt. Dabei versuchte die Polizei großteils erfolglos, die Identität der Aktivist*innen festzustellen; einige wurden auch in Gewahrsam genommen. Bis auf zwei Personen kamen bis zum Abend wieder alle frei.

+++ Ticker +++ Blockade des Tönnies Schlachthofs in Badbergen +++

6:00 – Blockade vor dem Tor des Tönniesschlachthofs – 100 Leute
6:20 – Einige Leute sind angekettet und festgeklebt. Ein Banner wurde vom Dach gelassenn. Shut Down Tierindustrie!
6:40 – Leute sind auf dem Gelände und blockieren dort
7:10 – Leute sind auf einen Laster geklettert – ein Banner wurde am Laster befestigt
8:00 – Es gibt eine Mahnwache vor der Blockade. Sie freut sich über Unterstützung.
8:10 – Die Technische Einheit ist angekommen
9:00 – Der Betrieb im Schlachthof ist weiterhin unterbrochen
9:45 – Das Transpi auf dem Dach wurde abgenommen
9:50 – bisher wurden 4 Leute geräumt
11:00 – Blockade steht seit 5 Stunden
11:10 – Leute werden von der Polizei weggetragen
12:00 – Weitere Leute wurden auf unverantwortliche und gefährliche Art und Weise geräumt
12:45 Weitere Personen wurden vom Werkdach und vom LKW geräumt. Mindestens an einem Standort sitzt weiterhin die Sitzblockade.
13:20 Die Küfa ist da, wird aber nicht durchgelassen.
13:30 Sanis werden von der Polizei durchsucht.
13:50 Person vom LKW-Lock On wurde gelöst.
14:50 Sitzblockade bleibt stabil, jetzt gibt es auch Essen.
15:00 Leute werden in die Gesa nach Bersenbrück gebracht.
15:30 Viele Leute dürfen die Gesa wieder verlassen, ohne ihre Identität abzugeben.
16:00 Leider gab es zwei Festnahmen.
16:45 Es sitzen immer noch Menschen in der Sitzblockade.
18:45 Nach über 12 Stunden wird die Sitzblockade aufgelöst. Menschen lassen sich wegtragen.
21:00 Die letzten Menschen wurden geräumt. Die Blockade ist aufgelöst.

Vielen Dank für die Fotos an Hambi Pilger, Hendrik Hassel und Miss Städter