Schlachthof Bamberg schließt!

Die Stadt Bamberg stand als Eigentümerin des Schlachthofs vor der Wahl: Millionen in einen maroden Schlachthof investieren oder diesen zu schließen und das das Gelände für alternative Nutzungskonzepte zu öffnen. Am Mittwoch (20.3.) hat sich der Stadtrat von Bamberg in einer Sitzung für Letzteres entschieden. Der Schlachthof wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt geschlossen!

280.000 Schweine und 45.000 Rinder wurde hier bisher von 165 Angestellten jährlich geschlachtet. Hauptauftraggeber waren die Großkonzerne Tönnies und Vion. Der Schlachthof konnte nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden. Aufgrund des Rückgangs des Absatzes von Fleischwaren und dem Rückgang der Schweine- und Rinderproduktion fehlte es an Auslastung. Zudem wären Investitionen in Millionenhöhe erforderlich, um die veralteten Anlagen zu modernisieren.

Die Zukunft des Schlachthofs war Gegenstand monatelanger Diskussionen. Während CSU und Bauernverband am Fortbestand festhielten und Subventionen forderten, sprachen sich Anwohner*innen, die Bamberger Grünen und zuletzt gar der Aufsichtsrat des Schlachthofs für eine Schließung aus. Für Aufsehen sorgte das Konzept einer Unternehmergruppe auf dem Gelände einen „Veggie Food Campus“ zu errichten. Start-Ups und andere Betriebe sollten hier neue pflanzliche Lebensmittel entwickeln und produzieren, auch um „einen zeitgemäßen Beitrag zur Lösung der allgegenwärtigen Problemstellungen bei Landwirtschaft, Gesundheit und Klimaschutz“ zu leisten.

Gemeinsam gegen die Tierindustrie organisierte eine Demonstration zur entscheidenden Stadtratssitzung vor dessen Sitzungsort. Es versammelte sich eine heterogene Gruppe aus rund 50 Bürger*innen und Aktivist:innen, die lautstark für die Schließung des Schlachthofs plädierten. Einzelne Stadträte unterhielten sich mit den Demonstranten, wobei die fortschreitende Klimakrise und die Notwendigkeit zum Ausbau pflanzlicher Landwirtschaft diskutiert wurde. Die Versammlung verlief friedlich und wurde von Pressevertreter:innen positiv wahrgenommen. Ein Schlachthof sei weder im Interesse der Stadt, noch der Anwohner*innen und alles andere als gerecht gegenüber den Tieren, den Mitarbeiter*innen, oder der Umwelt. Dabei waren sich fast alle einig.

Weitere Informationen:
Bilder von der Kundgebung: https://www.flickr.com/photos/ggtierindustriebayern
Pressebericht: https://www.schwaebische.de/regional/bayern/bamberger-schlachthof-wird-geschlossen-2365762
Veggie-Food-Campus statt Schlachthof: https://www.infranken.de/lk/bamberg/veggie-unternehmer-ist-interessent-fuer-bamberger-schlachthof-gesunde-ernaehrung-art-5827525

Online-Kennenlerntreffen am 28.02.

Am Mittwoch den 28.02. laden wir zu unsrer nächsten Online-Kennenlernveranstaltung ein. Wir berichten über unsere Arbeit und ihr erfahrt wie ihr mitmachen könnt. Ob Demos, Camps oder Ziviler Ungehorsam, inhaltlichen Veranstaltungen, bei unserem Awareness-Team oder der Social-Media-Crew, es gibt viele Möglichkeiten aktiv gegen Tönnies und die Tierindustrie zu werden.

Ihr seid neugierig. Dann schaut gern vorbei. Ihr könnt euch unter folgendem Link einwählen: https://talk.domainepublic.net/b/gem-e6x-cmd-hig . Los geht es um 20:00 Uhr.

Nach jahrelangen Protesten: Erweiterung der Ferkelzucht in Ellringen steht vor dem Aus

In Ellringen (Landkreis Lüneburg) plant die BHZP (eines der größten Schweinezuchtunternehmen Deutschlands) eine Erweiterung ihrer Ferkelzucht. Seit mehr als 10 Jahren halten Anwohner*innen und die Bürgerinitiative Dahlenburg dagegen. Immer wieder wurde gegen das Vorhaben demonstriert, monatlich finden Protestspaziergänge an der Baustelle und dem Hauptsitz des Unternehmens statt. Aufgrund von Klagen der BI wurde bereits vor Jahren ein Baustopp verhängt. Das Vorhaben entwickelte sich für die BHZP zum Millionengrab.

Die BHZP und die Gemeinde ließen sich von ihren Vorhaben nicht abbringen und legten einen neuen Bebauungsplan vor. Die Bürgerinitiative klagte abermals. Am Montag (11.02.) wurde nun erneut verhandelt. Das Oberverwaltungsgericht wies das Vorhaben zurück: Nahegelegene Biotope seinen nicht berücksichtigt wurden, der Bauplan ungültig, der Baustopp bleibe bestehen und eine Revision sei nicht zugelassen.

Unklar ist, ob die BHZP sich nun endgültig von ihren Plänen verabschiedet. Sicher ist dagegen, dass ohne das Engagement der Aktiven vor Ort längst eine weitere Tierfabrik entstanden wäre. Auch am Montag demonstrierten sie entschlossen vor dem Gericht.

Weitere Infos:

Nord24-Artikel: https://nord24.de/nachrichten/ovg-weist-erweiterung-von-schweinezuchtanlage-zurueck-191305.html

NDR-Bericht: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/OVG-lehnt-Erweiterung-von-Schweinezuchtanlage-in-Dahlenburg-ab,schweinestall240.html

Homepage BI Dahlenburg mit den Terminen der Protestspaziergänge: https://bi-dahlenburg.de