Unsere Regionalgruppe Hamburg hat am Samstag, den 30. September 2023 eine Info- und Aktionsfahrradtour durch den Hamburger Hafen durchgeführt. Hamburg ist nach wie vor Umschlagplatz für Importsoja aus dem Globalen Süden und Sitz bedeutender Konzerne der Agrar- und Tierfuttermittelindustrie.

Ein Großteil des nach Hamburg verfrachteten und hier verarbeiteten Sojas stammt aus Südamerika und wird zu Futtermitteln für die Intensivtierhaltung der deutschen Tierindustrie verarbeitet.

30 Personen waren bei der Aktion dabei und haben mehreren Sojaimporteuren und Futtermittelkonzernen einen Besuch abgestattet. Redebeiträge zu den verheerenden sozialen und ökologischen Folgen der Sojaimporte und Proteste gegen die neokoloniale Agrarwirtschaft gab es bei den Konzernen Cargill, HaBeMa und ADM.

Wir haben eine neue Podcastfolge veröffentlicht. Diesmal geht es um die Hühnerindustrie.
Ihr könnt euch die Folge hier anhören, auf Spotify, iTunes oder im Podcatcher eurer Wahl.

Jedes Jahr werden Hühner milliardenfach ausgebrütet, gemästet und geschlachtet. Wie ist es zu diesen unvorstellbar hohen Schlachtzahlen gekommen und wie funktioniert die Industrie, die dahinter steckt? Fredi und Momo sprechen über den Zufall, der zur massenhaften Hühnerhaltung geführt hat, über Zuchtgeheimnisse, Soja-Importe und Antibiotika. Welche Folgen hat all das für die Tiere? Ist Bio eine Lösung? Und warum wollen eigentlich alle Rührei und Broiler essen, aber niemand neben einer Mastanlage leben?

Wir bedanken uns bei den Projekten und Personen, die uns O-Töne zugeschickt haben, insbesondere Rettet das Huhn e.V. und Land der Tiere.

Unser Kontakt:

podcast[at]gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org

Sa. 30.09.2023 | 14 Uhr | S-Bahn Haltestelle HH-Harburg (Vorplatz/ZOB)

Der Hamburger Hafen ist nach wie vor Umschlagsplatz für Importsoja aus dem Globalen Süden und Sitz bedeutender Konzerne der Agrar- und Tierfuttermittelindustrie. Ein Großteil des nach Hamburg verfrachteten und hier verarbeiteten Sojas stammt aus Südamerika und wird zu Futtermitteln für die Intensivtierhaltung der deutschen Tierindustrie verarbeitet.

Wir werden den Agrarkonzernen Cargill und ADM sowie dem Futtermittelwerk HaBeMa am 30. September einen Besuch abstatten und über die verheerenden sozialen und ökologischen Folgen dieser Form der Agrarwirtschaft informieren. Statt die Agrarwirtschaft einzig nach kapitalistischen Verwertungsinteressen auszurichten, fordern wir eine solidarische und ökologische Form der Lebensmittelproduktion.

Wir richten uns gegen die Naturzerstörungen und Vertreibungen für die Ausweitung des Sojaanbaus in Südamerika, gegen die beteiligten Konzerne und gegen die deutsche Tierindustrie, die seit Jahrzehnten von dieser Praxis profitiert. Wir werden vor Ort ein deutliches und lautstarkes Zeichen für Klimagerechtigkeit, den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen und globale Ernährungssouveränität setzen.

Ablauf:

14:00 Uhr: Treffpunkt und Auftakt – S-Bahn-Haltestelle HH-Harburg (ZOB/Vorplatz oben)

14:30 Uhr: Start der Fahrradtour durch Harburg und Wilhelmsburg

17:00 Uhr: Abschluss an der Dauermahnwache und Protestcamp im Wilden Wald inkl. Küfa (nähe S HH-Veddel)

Organisatorische Infos und Hinweise zu Barrieren:

Wir fahren gemeinsam in einer Gruppe eine ca. 17 km lange Strecke und planen ausreichend Zeit für die Strecken ein. Wir fahren überwiegend auf asphaltierten Straßen, vereinzelt auf Kopfsteinpflaster. Wir überqueren einige Schienen der Hafenbahnen und an Brücken sind einige moderate Steigungen zu überwinden. Die Fahrradtour wird als Versammlung angemeldet.

Eine Teilnahme ohne Fahrrad ist möglich: Die Zwischenstationen müssten hierfür mit einem PKW angefahren werden. Für genauere Infos zu Standorten und Zeiten und allen weiteren Fragen schreibt bitte an hamburg@gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org.

Noch bis 05.08. macht Penny auf die versteckten Umweltkosten von Lebensmitteln aufmerksam und erhöht dafür die Preise von neun ausgewählten Produkten. Käse und Wurst sind auf einmal fast doppelt so teuer. Der Preis eines veganen Schnitzels erhöht sich hingegen nur minimal. Pennys Fazit: Darum besser Bio und vegan, denn solche Produkte sind schonender für die Umwelt. So weit, so alt-bekannt. Blöd nur, dass es sich nur um eine Marketing-Masche handelt und ab dem 05.08. alles wieder beim Alten ist. Die Verantwortung und die Kosten für die Klimakrise werden weiter auf Andere abgewälzt. Das Ernährungssystem verantwortet ein Viertel bis ein Drittel aller Treibhausgase. Das kann aber den Lebensmitteleinzelhandel nicht erschüttern, der in den letzten Jahren der multiplen Krisen Rekordgewinne gemacht hat und sogar während der aktuellen Inflation noch kräftig profitiert. Mitarbeiter*innen, Landwirt*innen und Landarbeiter*innen haben von diesem Geld natürlich nichts gesehen. Komplett ironisch finden wir übrigens, dass Penny die Mehreinnahmen gemeinsam mit der „Molkerei Berchtesgadener Land“ an diverse tierhaltende Unternehmen spendet, um eine klimafreundlichere Landwirtschaft zu fördern … Wie wäre es statt Greenwashing mit dem kompletten Auslisten klimaschädlicher Produkte und einer fairen Preispolitik für Landwirt*innen, insbesondere solche, die pflanzlich produzieren?

Am Sonntag 30.07. startet das System Change Camp in Hannover!

[…] Der Fokus des diesjährigens Camps liegt auf Vernetzungsarbeit und Bewegungsaufbau. Wir wollen mit unseren unterschiedlichen Perspektiven zusammenkommen, unsere Kämpfe verbinden, von- und miteinander lernen. Wir wollen gemeinsam diskutieren, wie wir dieses System der Ausbeutung überwinden und Klimagerechtigkeit erkämpfen können. Es wird ein vielfältiges Programm mit Workshops, Diskussionen und Veranstaltungen zu verschiedenen Themen geben. […]

Das Programm ist inzwischen auch da und eins ist sicher: Es gibt richtig viel spannende und vielfältige Programmbeiträge, da ist mit Sicherheit für alle was dabei!

-> https://www.ende-gelaende.org/programm-scc-2023/

Unter anderem gibt es ab Dienstag 01.08. ein Themenzelt Food System Change:

 „About 21–37% of total GHG emissions are attributable to the food system.“ – IPCC, 2019

Dienstag

  • 16:30-18:00 Uhr: Katastrophale Ernährungspolitik: Was nun? (DE)

Mittwoch

  • 11:30-13:00 Uhr: Mais, Mammutbaum, Monstera: Wo finden sich koloniale Spuren in botanischen Gärten & Botanik – und was können wir tun, um diese zu überwinden? (DE)
  • 14:15-15:45 Uhr: Gesundheit, Klima, Energie – Drei Krisen eine Lösung!? (DE/EN, FOODerstand)
  • 16:30-18:00 Uhr: Lesung ‚Queere Tiere‘ (DE)

Donnerstag

  • 11:30-13:00 Uhr: Immer (Ä/ä)rger mit Lachgas und Methan (DE/EN)
  • 14:15-15:45 Uhr: Futtermittelimporte sind Brandbeschleuniger (DE, Aktion Agrar)
  • 16:30-18:00 Uhr: Einblicke in die Geschichte der deutschen Landwirtschaft seit 1850 unter besonderer Berücksichtigung der Tierproduktion – ein vorläufiger Werkstattbericht (DE)

Freitag

  • 11:30-13:00 Uhr: Klimaschutz verbindet Deutschland? Gefahren von Rechtsoffenheit und Querfront bei der Allianz-Bildung (DE, FARN – Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz)
  • 14:15-15:45 Uhr: Klimakiller Tierindustrie – Warum Ernährung keine Privatsache ist (DE, Gemeinsam gegen die Tierindustrie)
  • 16:30-18:00 Uhr: Vernetzungstreffen Klimagerechtigkeit und Landwirtschaft (DE, Aktion Agrar)

Samstag

  • 11:00-13:00 Uhr: Landwirtschaft und Klimakrise (DE)
  • 14:15-15:45 Uhr: Tönnies: wie könnte eine bewegungsübergreifende Offensive gegen den größten Fleischkonzern Deutschlands aussehen? (DE/EN, Gemeinsam gegen die Tierindustrie)
  • 16:30-18:00 Uhr: Handwerklich, solidarisch, ökologisch. Aufbauende Landwirtschaft statt Ausbeutung von Tieren und Boden (DE, SoLaWi Wildwuchs)

Sonntag

  • 11:00-13:00 Uhr: Warum es eine gute Idee ist in der Landwirtschaft zu arbeiten und was das mit der Revolution zu tun hat; Ein militanter Erfahrungsbericht (DE/EN, Furious Farmworkers)

Alle weiteren Infos zum Camp findet ihr hier: https://www.ende-gelaende.org/system-change-camp-2023/

Die Schweinefleischindustrie steht unter Druck. Aufgrund des sinkenden Schweinefleischkonsums und Rückgängen des Exportgeschäfts geraten nicht nur Mast- und Zuchtbetriebe sondern auch Fleischproduzenten zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten. Deutschlands größter Fleischkonzern nutzt die Situation, um Konkurrenzbetriebe aufzukaufen und seine Marktmacht weiter auszubauen.

Im April kündigte die zum Tönnies-Konzern gehörende Zur-Mühle-Gruppe an, die Eberswalder Wurst GmbH zu übernehmen. Das finanziell angeschlagene Unternehmen ist größter Fleischwarenhersteller Brandenburgs mit einem Umsatz von 120 Mio. Euro pro Jahr. Mehr als 300 Millionen Würstchen werden im Werk in der Nähe von Eberswalde jährlich produziert. Bei etwa der Hälfte der rund 550 Beschäftigten handelt es sich um prekär beschäftige Saisonarbeiter:innen.

Die Gewerkschaft NGG kritisierte die Übernahme: Tönnies sei dafür bekannt, Tarifverträge auszuhebeln und Betriebsräte zu verhindern, so NGG-Sprecher Uwe Ledwig im RBB. Tatsächlich hat Tönnies den Betrieb mit der Übernahme in eine neue Gesellschaft überführt. Der Fleischkonzern nutzt damit rechtliche Möglichkeiten gnadenlos aus, um Beschäftigten den Anspruch auf Sozialpläne bei betriebsbedingten Veränderungen wie z.B. Personalabbau zu verwehren. Vier Jahre lang können Arbeiter:innen ohne Abfindungen entlassen werden, angesichts der gegenwärtigen ökonomischen Lage der Fleischwirtschaft ein mehr als wahrscheinliches Szenario.

Es besteht kein Zweifel: Auch am Standort Eberswalde setzt Tönnies auf seine Strategie prekäre und ausbeuterische Beschäftigungsverhältnisse und ein gewerkschaftsfeindliches Arbeitsregime durchzusetzen. Statt weiterer Expansion und immer stärker werdender Marktmacht fordern wir die Zerschlagung, Enteignung und Vergesellschaftung des Tönnies-Konzerns und die Umstellung auf eine ökologische, soziale und pflanzenbasierte Produktion. Und zwar sofort!

Weitere Infos:

RBB-Bericht: https://www.rbb24.de/studiofrankfurt/beitraege/2023/06/eberswalder-wurst-unternehmen-nach-dem-verkauf.html

Gutes Essen braucht guten Boden. Doch wem gehört eigentlich der Boden und warum ist das so? Ist Privateigentum an Boden ein Problem und was lässt sich dann dagegen tun?

Wir sprechen in Folge 11 unseres Podcasts mit Gesine, die landwirtschaftlich tätig und in der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) aktiv ist. Gesine erzählt uns von den Schwierigkeiten, denen sich Landwirt*innen ausgesetzt sehen und berichtet, warum und wie sie sich für eine andere Bodenpolitik einsetzt. Dabei sprechen wir über Akkumulationsprozesse von Bodeneigentum, Gemeinwohlverpachtung, Erbschaft und natürlich auch darüber, wie wir gemeinsam etwas bewegen können.

Die Folge findet ihr auf unserer Webseite, ihr könnt sie über Spotify und Funkwhale anhören oder euch über den Podcatcher eurer Wahl ziehen.

Die Podcast AG freut sich über Anregungen und Feedback: podcast[at]gemeinsam-gegen-die-tierindustrie[punkt]org

Allen Lippenbekenntnissen zum Trotz: Eine neue Recherche zeigt, Tönnies und gut ein Dutzend weiterer deutscher Unternehmen beziehen tonnenweise Fleisch von Rinderfarmen, die auf illegal gerodeten Regenwaldflächen errichtet werden. Spiegel Online berichtet in einer ausführlichen Reportage.

Demnach wurden allein 2022 insgesamt 190 Tonnen Rindfleisch aus Abholzungsgebieten nach Hamburg geliefert, um über den Tönnies Konzern in Supermarktketten wie Aldi und Lidl vertrieben oder weiter exportiert zu werden. Zudem wurden weitere 470 Tonnen in diesem Jahr nach Italien verschifft, um ein dortiges Tönnies-Werk zu beliefern. Sprecher des größten deutschen Fleischkonzerns streiten die Lieferungen nicht ab, sprechen aber von „Einzelfällen“.

Die Spiegelreportage beruft sich auf eine Studie des Dom and Bruno Projects, einem internationalen Recherchenetzwerk, das nach den am 5. Juni 2022 ermordeten Investigativ-Journalisten Bruno Pereira und Dom Philipps benannt ist. Die Studie zeigt, wie Rindfleisch aus illegal errichteten Rinderfarmen auf den europäischen Markt gelangt. Fleisch aus Farmen, die wegen illegaler Abholzungspraxis sanktioniert wurden, wird über zertifizierte Farmen und Schlachthöfe „reingewaschen“ und ins europäische Ausland exportiert.

Die Abholzung von Regenwäldern für die Errichtung von Rinderfarmen und den Futtermittelanbau steht bereits seit Jahren aufgrund der Vertreibung der indigenen Bevölkerungen und den klimaschädlichen Auswirkungen der Rodungen und der Rinderhaltung in der Kritik.

Die Fleischkonzerne tragen damit eine direkte Verantwortung für diese ausbeuterischen Verhältnisse und die immense Naturzerstörung in Brasilien.


Quellen und weitere Infos:

Spiegel-Online: „Wie Rindfleisch aus abgeholzten Regenwaldflächen in Europa landet“ (Paywall):

Radio Gütersloh: „Rindfleisch-Importe aus geholztem Regenwald – Tönnies offenbar dabei“

Forbidden Stories / The Bruno and Dom Projekt: „The Amazon Cut: How beef linked to deforestation is exported to europe by major companies“ (englisch):

Wikipedia: „Murder of Bruno Pereira and Dom Phillips“ (englisch)

Save the date! Am 29. Juni veranstalten wir einen spannenden Abend mit Friederike Schmitz im Centro Sociale in Hamburg.

Friederike ist Tierethikerin, Autorin und Aktivistin und wird uns in ihrem Vortrag u. a. ihr neues Buch „Anders satt. Wie der Ausstieg aus der Tierindustrie gelingt“ (Ventil Verlag) vorstellen. Denn genau das ist Thema des Abends: Warum ist ein Ausstieg aus der Tierindustrie längst überfällig? Und was braucht es, um die Tierhaltung hinter uns zu lassen und zu einem gerechten, pflanzenbasierten Ernährungssystem zu gelangen? Welche Rolle spielt da ziviler Widerstand von Bewegungen wie uns?

Nach dem Vortrag gibt es viel Raum für Diskussionen und Austausch. Getränke und Kuchen sind auch am Start, fehlt also nur noch ihr.

Kommt vorbei! Wir freuen uns auf Euch!

29. Juni 2023 – 19:00 Uhr
Centro Sociale (Sternstraße 2, 20357 HH, U-Bhf. Feldstraße)
Eintritt ist kostenlos! Falls ihr was übrig habt, freuen wir uns über Spenden.

Foto von Alice Baldwin.

Vortrag & Diskussion am Sonntag, 28. Mai, in Gedelitz


Die Tierindustrie ist einer der großen Klimakiller und verantwortlich für zahlreiche katastrophale Zustände: Immense Treibhausgasemissionen, Regenwaldabholzung, neokoloniale Strukturen, unwürdige Arbeitsbedingungen, Tierausbeutung und noch viel mehr. Das muss ein Ende haben!

Wir laden euch ein, diskutiert mit uns, wie wir eine Agrarwende vorantreiben können. Berichtet von euren Initiativen und lasst uns gemeinsam überlegen, wie wir der Tierindustrie das Handwerk legen können. Lass uns Pläne schmieden, wie sich eine Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion gestalten lässt, die am Wohle aller und nicht nur auf Profite ausgerichtet ist.

Kommt vorbei!

Sonntag 28. Mai 2023 – 17:00 Uhr
Gedelitz (Gasthof Gedelitz, 29494 Trebel)
Im Zirkuszelt von Comm e.V.

Weitere Infos:
Alles zur Kulturellen Landpartie: www.kulturelle-landpartie.de
Programm in Gedelitz: gasthaus-wiese.de/home/kulturelle-landpartie/#headline-1796-97